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4. Dezember – 8. Dezember 2020 im Hotel Hinteregger in Matrei/ Osttirol (Österreich)

 

Tagungsthema: „Nachhaltigkeit – das Fortbestehen komplexer Systeme“

 

Die Sorge um die Stabilität von Natur, Klima, Gesellschaft und Wirtschaft ist seit jeher mitbestimmend für unser Denken und Handeln. Doch scheint das Erreichen langanhaltender Stabilität für menschliche Kulturen unerreichbar zu sein, während der Mensch zunehmend auch seine physische Umwelt bewusst ebenso wie unbewusst verändert.

Seit der Neuzeit wird der Begriff der ‚Nachhaltigkeit‘ verwendet, um Handlungsprinzipien zu beschreiben, die Stabilität im Sinne von Dauerhaftigkeit anstreben. Das Adjektiv ‚nachhaltend‘ wurde zunächst im Bereich der Forstwirtschaft eingeführt. Die „nachhaltende Nutzung“ der Wälder (von Carlowitz 1713, Silviculura oeconomica) sollte speziell das gänzliche Abholzen verhindern und die natürliche Regenerationsfähigkeit des Waldes gewährleisten, indem immer nur so viel Holz entnommen wird, wie nachwachsen kann (Hartig 1791, Anweisung zur Holzzucht für Förster).

Mit Ende des 20. Jahrhunderts erhielt der Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ – speziell durch den Club of Rome und die 1983 von den Vereinten Nationen eingesetzte Weltkommission für Umwelt und Entwicklung – eine politische Implikation und bezeichnet nun vor allem solche Maximen, die eine Stabilität der Nutzbarkeit des Lebensraumes zur dauerhaften Befriedigung der (menschlichen) Bedürfnisse gewährleisten sollen. Er wird dabei auf eine ökologische, soziale und ökonomische Dimension ausgedehnt, wobei die Definitionen keineswegs einheitlich sind. Gemeinsam ist jedoch allen Verwendungen, dass

  • Nachhaltigkeit stets auf Auswirkung gegenwärtigen Handelns auf die Zukunft abstellt und somit ein zeitlicher Bezug gegeben ist;
  • Ressourcen geschützt werden sollen;
  • der Fortbestand eines Systems sichergestellt werden soll.

Heute wird von Nachhaltigkeit meist im ökologischen Zusammenhang der natürlichen Regeneration der beteiligten Systeme gesprochen, und somit findet die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Begriff vor allem in Disziplinen statt, die sich mit ökosozialen Themen beschäftigen, wie Biologie, Geographie, Technik usw. Im weiteren Sinn kann die Frage nach der Nachhaltigkeit von Prozessen und Interventionen jedoch bei allen komplexen Systemen gestellt werden. So hat sich mit Beginn des 21. Jahrhundert die universitäre Disziplin der ‚Nachhaltigkeitswissenschaft‘ implementiert, die an der Schnittstelle von Natur- mit den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften operiert. Die Matreier Gespräche 2020 setzen sich in diesem Sinne mit allen Phänomenen der Nachhaltigkeit auseinander und wollen Querverbindungen zwischen möglichst vielen Wissenschaftsdisziplinen schaffen, um entsprechende Grenzen und Entwicklungspotentiale aufzuzeigen.

Insbesondere können im Rahmen der Tagung folgende Themenbereiche diskutiert werden:

Nachhaltigkeit von:

  • therapeutischen oder pädagogischen Interventionen
  • historischen und/oder politischen Entwicklungen
  • evolutionären Prozessen
  • Entdeckungen in Technik, Kunst und Wissenschaft

Unser diesjähriges Thema erlaubt eine große inhaltliche Vielfalt an Ausarbeitungen, und wir freuen uns auf anregende Referate und Diskussionen.

 

Organisatorisches

Wer einen eigenen Beitrag in Form eines 20-minütigen Vortrages (mit anschließender 20-minütiger Diskussion) anbieten möchte, der möge uns dies bitte bis zum 30. Juni 2019 mit Angabe des Themas mitteilen. Wir bitten um Verständnis, falls durch die vorgegebenen zeitlichen Rahmenbedingungen unter Umständen eine Auswahl der Referate nötig wird. Rechtzeitig im Spätsommer wird das (vorläufige) Programm mit den technischen bzw. organisatorischen Einzelheiten ausgesendet.

In diesem Sinne freuen wir uns schon zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr auf interessante und anregende Vorträge bei den 46. Matreier Gesprächen im Dezember 2020.

Mit herzlichen Grüßen

Bernhart Ruso & Oliver Bender
(Vorsitzender Otto-Koenig-Gesellschaft bzw. Wissenschaftlicher Leiter Matreier Gespräche)
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